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Hallo Frau Meyer-Zietz,
gestern komme ich von einer Geschäftsreise
aus England zurück - was sehe ich am Frankfurter Flughafen an der Gepäckausgabe? Einige arme Kreaturen, die gerade aus Spanien eintrafen. Dies erinnerte mich an den 20.08.2006, als unser Zeus bei uns
eintraf und wir ihn am Frankfurter Flughafen abholten. Übrigens hat gestern er mich am Flughafen abgeholt - als ich aus dem Gate kam, stand er da schwanzwedelnd mit meinem Mann an der Leine und wartete
geduldig auf mich. Wir werden wohl nie an den Flughafen fahren können, ohne daran zu denken, wie unser Zeus zu uns kam. Damals war er recht dünn, hatte eine schlimme Flohallergie, was ihm in der
Anfangszeit den Spitznamen "Nacktärschel" eintrug....... Aber all das war bald vergessen, und stubenrein war er auch innerhalb kürzester Zeit (2 Tage). Wir haben nie bereut, uns ganz bewußt
für einen "Spanier" entschieden zu haben, egal welche Vorhaltungen man teilweise gemacht bekommt. Von wegen die Hunde erlitten einen Kulturschock (aha!) oder es sei Unsinn, einen Hund aus dem
Ausland zu sich zu nehmen, denn schliesslich könne man sich den vorher nicht anschauen, und ein Hund müsse direkt auf einen zukommen, nicht umgekehrt. Diese Aussage wurde von einer Dame des
ortsansässigen Tierschutzvereins getroffen. Für mich bedeutet eine solche Aussage in der logischen Konsequenz, dass somit auch ein verängstigter Hund aus einem deutschen Tierheim keinen Anspruch auf eine
neue Familie haben kann, da er ja sicher zunächst mal auf niemanden freudig schwanzwedelnd zukommt. Ein interessanter Ansatz. Einen regelrechten Wutanfall hatten wir, als meine Mutter mir erzählte,
sie habe beim Spaziergang mit ihrem Hund Leute getroffen, die ihr erzählten (sie unterhielten sich über Zeus), dass sie ja auch einen Hund aus Spanien "geholt" hätten. Aber der sei ja dann
krank gewesen, also nein, das sei ja wohl eine Unverschämtheit gewesen! Sie hätten den Hund natürlich sofort zurückgegeben. Also nein, man wolle da ja nicht gleich noch viel Geld für den Tierarzt
ausgeben, also so ginge das ja wohl nicht! Als meine Mutter mir das erzählte, hätte ich vor Wut platzen können! Zu deren Glück war ich nicht dabei............ Unser Zeus war vom ersten Tag an
unkompliziert. Er ist ein extrem liebenswerter Hund, und man wird stets angesprochen, wenn man mit ihm unterwegs ist. Die Menschen sind begeistert von seiner freundlichen Ausstrahlung, und er ist im Ort
bekannt wie ein bunter Hund (was er ja im wahrsten Sinne ist). Weiß jemand nicht, wo ich hingehöre, so weiß er doch, "dass dies der Hund vom Gastwirt" ist. Auf der Strasse werden nicht mehr wir
gegrüßt, sondern unser Hund: "Ah, da kommt ja der Zeus Laudemann!" Also manchmal ist es schon schwer, im Schatten seines Hundes zu stehen!!!! Mit Kindern ist er furchtbar geduldig. Überhaupt
ist er zu allen Menschen freundlich (außer solchen, die einfach seinen Hof betreten wollen, ohne dass einer von uns dabei ist........) und überaus vorsichtig und sanft, um nur ja niemanden zu verletzen.
Abends im Bett kuschelt er sich an mich, ehe er sich auf seinen eigenen Platz verkrümelt. Morgens ist es für ihn das Größte, wenn er noch ein bisschen zum Kuscheln ins Bett kommen darf...... Am liebsten
legt er sich mit seinem ganzen Gewicht auf einen von uns beiden drauf, um somit effektiv jeglichen Versuch des Aufstehens zu verhindern und tüchtig weitergekrault zu werden. Ein raffinierter Schlingel.
In der Hundeschule war er der Primus. Nur, was sich nicht in den Griff bekommen lässt, das muss ehrlich gesagt werden, ist der enorme Jagdtrieb. Es ist nun mal ein English Setter, dessen muss man
sich bewusst sein. In seinem eigenen Interesse ist daher nur ein begrenzter Freilauf an einer 20-Meter Leine möglich, es sei denn, das Gelände ist vollkommen übersichtlich. Ansonsten ist die Gefahr, dass
er einem Vogel oder Wild (wir leben nun mal in Deutschlands größtem zusammenhängenden Waldgebiet) hinterherstaubt, zu groß - es ist schon einige Male vorgekommen. Die Angst, dass er irgendwann mal einem
schießwütigen Jäger vor die Flinte läuft oder eine Horde Wildschweine aufstöbert (und dann schlechte Karten hätte) oder gar mal auf die Strasse vor ein Auto läuft, ist einfach zu groß - in dem Moment, in
dem er eine Spur hat, schaltet anscheinend seinen Verstand ab. Wir können nur jedem empfehlen, sich für einen Hund aus dem Süden zu entscheiden und sich nicht von dem scheinbar klugen Gerede
selbsternannter Experten beirren zu lassen. Wir würden uns immer wieder so entscheiden und können uns ein Leben ohne unseren Zeus nicht mehr vorstellen.
Wir möchten uns auch nochmals bei Catalina bedanken, ohne die es unseren Zeus wohl nicht mehr gäbe.Viele liebe Grüße aus der Pfalz Britta, Volker und Zeus Laudemann
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(6/08) |
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