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Hallo liebe Frau Bonnier,
Sie sehen schon an der Uhrzeit, daß ich immer noch aufarbeite und jetzt erst wieder Zeit habe ein
paar Zeilen an Sie zu schreiben. Das Foto, das ich angefügt habe, ist in der Ankunftsnacht aufgenommen, und man kann unschwer erkennen, daß hier jemand total fertig ist mit der Welt ! Für den armen kleinen Kerl war
es sicherlich auch sehr aufregend und beängstigend, was er erlebt hat. Aber er hat sich so hervorragend geschlagen, ohne Meckern und Mucken, und sein Bettchen ist sogar trocken geblieben.
Unsere Heimreise
war schon ganz schön aufregend. Ich hatte zum Glück von vornherein reichlich Zeit eingeplant, um nicht mit dem Heimflug in Bedrängnis zu kommen. Aber es sollte sich bald herausstellen, daß ich die auch dringend
benötigen würde. Nachdem ich mich noch erkundigt hatte, wo ich Eurodog (Catalina) genau finden kann, machte ich den verhängnisvollen Fehler, nach Sant Llorenc rein zu fahren und mußte nun von dort nach Son Carrio.
Da ich keine Ahnung hatte, wo ich mich inmitten der Ortschaft befand, nützte mir auch meine Karte nicht viel, und meine "hervorragenden Spanischkenntnisse" waren auch nicht gerade hilfreich. Aber dann
sollte ich die Hilfsbereitschaft der Spanierinnen kennenlernen, indem eine ganz süße ältere Dame sich nicht davon abhalten ließ, mich fast bis zur Hauptstraße, die mich geradewegs an mein Ziel führen sollte, zu Fuß
(vor dem Auto her) zu begleiten. Einfach toll !
Dann fand ich Catalina und meinen kleinen Bonny, der als einziger Hund der gesamten durch meinen Besuch aufgebrachten Meute mitten auf dem Hof aufmerksam im
Sand lag und mich genau musterte. Ich erkannte ihn sofort und schlug mich durch die restliche Hundebande zu ihm durch. Alle sprangen an mir hoch und zupften an mir herum und untersuchten genau, ob ich nicht etwas
für sie versteckt hatte. Der kleine Kerl stand völlig entspannt und langsam auf. kam auf mich zu, begrüßte mich gelassen und ging mir von da an nicht mehr von der Seite. Catalina hatte gerade einen alten Hund
aufgesammelt und mußte ihn entwurmen hinten in ihrem Auto und begrüßte mich dann sehr herzlich. Sie ist eine echte liebe Hundefrau, und sie opfert sich sichtlich für diese armen, aber dank ihrer Fürsorge und Liebe,
sehr fröhlich wirkenden Hundeseelen auf. Wir haben dann seine Transportbox fein hergerichtet und den Papierkram erledigt und waren nach ausgiebiger Verabschiedung letzlich noch gut in der Zeit für unsere Rückreise.
Ich klappte die hintere Autotür zu, wo Bonny auf dem Rücksitz gespannt abwartete, was nun wohl passiert, und wollte mich ans Steuer setzen.
Das einzige, was uns jetzt noch fehlte, war der Autoschlüssel bzw.
das, was man heutzutage als solchen benutzt, nämlich eine Plastikkarte mit Anhänger von Hertz. Er war nicht da ! Ich habe das ganze Auto auf den Kopf gestellt, konnte ihn aber nicht finden. Allmählich wurde es mir
reichlich mulmig, und da ich keine Idee hatte, wo ich ihn gelassen haben konnte, zog ich in Erwägung, bei Hertz in Cala Rajada anzurufen und mir ein Ersatzfahrzeug bringen zu lassen. Das erschien mir als die einzig
durchführbare Lösung in Anbetracht der immer knapper werdenden Zeit. Derweil ich nach meinem Handy kramte, überlegte ich noch einmal, was ich nach dem Verlassen des Autos mit dem Schlüssel gemacht hatte. Da wurde
mir klar, daß ich ihn in der Hand gehalten hatte, und höchst wahrscheinlich die Hunde beim Anspringen und Rumzupfen ihn mir aus der Hand gezogen haben mußten. Also zurück in die ' Arena' und Schlüssel suchen. Ein
schier unmögliches Unterfangen, weil sich wieder alle auf mich und Catalina stürtzten, und man kaum in der Lage war, dort etwas zu finden. Eigentlich schon aufgebend und entmutigt stand ich neben einem kleinen
Steinhaufen (während Catalina aus Verzweiflung schon das ganze Haus durchsuchte, wo ich aber gar nicht gewesen war), schaute ich von Oben in die Steine rein und sehe ein kleines schwarzes Dreieck aus Plastik, was
ich aber im ersten Moment keineswegs als meinen Schlüssel identifizierte. Ich weiß auch nicht, warum ich am Ende doch danach gegriffen und daran gezogen habe, aber es kam oh Wunder eine schwarze Plastikkarte mit
Anhänger zum Vorschein. Mein Autoschlüssel. Es muß einer der Hunde damit losgezogen sein und ihn beim Toben auf den Steinen fallen gelassen haben. Dann verschwand er, eigentlich für immer, in dem Haufen. Es war ein
bißchen wie Weihnachten für mich, ihn wieder in der Hand zu halten.
Dann konnte es aber losgehen, und bis auf meine etwas angegriffenen Nerven lief dann doch alles noch ziemlich reibungslos ab. Allerdings
ist es sehr beschwerlich, alleine mit Gepäck und Hundebox samt Inhalt vom Car Return zum Einchecken zu kommen, weil dort vorort keinerlei Gepäckwagen stehen, und man diese erst von der gegeüberliegenden Seite der
ewig weit entferten Ankunfthalle holen muß, um dann den gleichen Weg wieder zurückzufahren. Nachdem ich mein Gepäck und mein Hundchen eingecheckt hatte, mußte ich (fühlbar) noch 10 Km laufen bis zum Einstieg in den
Bus.
Ziemlich geschafft, trotz wirklich angenehmem Flug, kamen wir zwei in Hannover an, wo uns dankbarerweise dann ein Taxi abholte. Erst einmal zu Hause angekommen, wurden wir stürmisch begrüßt, und auch
das haben wir geduldig und erfreut über uns ergehen lassen. Mein Gucci hatte glücklicherweise keinen Anfall und hat es gut überstanden. Ich habe nur noch meine Freundin verabschiedet und mir noch ein Glas Wein
gegönnt, und dann sind wir alle (Bonny, wie man sieht, voran) ins Bett gefallen.
Der kleine Kerl hat inzwischen alle Stühle, Sofas und Betten durchprobiert und alle für gut befunden. Für ihn braucht es den
Fußboden nur, um von einem zum anderen zu kommen. Er ist sehr lieb und stubenrein, und allmählich haben sich alle glücklich zusammengefügt.
So, das waren die ersten Eindrücke und für heute auch genug. Ich
werde jetzt mein "Buch" abschließen und versuchen, einen kleinen Platz in meinem Bett zu ergattern. Wird nicht ganz einfach werden. Es würde mich freuen, wenn wir hin und wieder noch einmal voneinander
hören würden. Ich habe ja vor, über kurz oder lang nach Mallorca umzusiedeln, und dann werde ich ganz bestimmt einmal bei Catalina vorbeifahren und mich melden.
Vorerst nochmals herzlichen Dank für Ihre Bemühungen und ganz liebe Grüße
Gudrun Stein
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(11/08) |
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