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Lolita = Lolle


    Hallo Frau Busch,

    das hat ja gut geklappt am Sonntag. Mein bester Freund ist mit mir nach Düsseldorf gefahren, um Lolita - ich nenne sie jetzt Lolle - vom Flughafen abzuholen. Der Flug hatte ein wenig Verspätung und wir konnten uns noch ein wenig mit Frau Braun unterhalten (ich hatte sie doch wiedererkannt und einfach angesprochen). Lolle und Carmelo kamen zusammen in einer großen Transportbox an. Wir haben Lolle dann ohne Box nach Hause befördert, damit Frau Braun ihre vier eingeflogenen Schützlinge gut nach Hause transportieren konnte. Ich habe mich nach hinten zu Lolle ins Auto gesetzt und sie hatte die ganze Fahrt über ihren Kopf und ihre Vorderpfoten auf meinen Schoß gelegt und sich von mir kraulen lassen. Um zwei Uhr morgens waren wir zu Hause, und Lolle hat sich erst einmal überall umgesehen. Ich hatte ihr im Wohnzimmer eine Decke hingelegt, und sie wusste scheinbar sofort, dass sie darauf schlafen sollte. Ich selbst habe die Nacht bei ihr im Wohnzimmer verbracht, weil ich ja nicht wusste, ob ich nicht alle paar Stunden mit ihr raus muss oder ob sie unruhig ist oder irgendwas anstellt. Nichts dergleichen geschah. Wahrscheinlich noch völlig erschöpft von der langen Reise, dachte ich. Um sieben Uhr sind wir dann nach einer sehr ruhigen Nacht aufgestanden. Ich bin direkt mit ihr raus und danach gab es Frühstück für uns beide. Kurz danach allerdings hat sie dann im Flur doch noch etwas hinterlassen: Sie hatte Durchfall. Aber anscheinend ist es schon wieder vorbei damit.

    Mittags haben Lolle und ich meine Nichte vom Kindergarten abgeholt. Jacqueline war natürlich total aus dem Häuschen, weil sie von der ganzen Sache nichts wusste und jedem, dem wir auf dem Nachhauseweg begegneten, teilte sie mit: "Guck mal! Iris hat jetzt einen Hund. Willst du ihn mal streicheln?"

    Nachmittags haben wir uns dann doch mal kurz bei der Tierärztin hier im Ort vorgestellt. Sie war ganz begeistert von Lolle und meinte, dass ich mir da aber einen sehr unkomplizierten und anscheinend kerngesunden Hund ausgesucht hätte. Den kurzen Check hat sie in aller Seelenruhe über sich ergehen lassen - ich glaube sogar fast, dass es ihr dort gefallen hat. Bis auf eine Ausnahme. Die Ärztin bringt ihren eigenen Hund auch immer mit in die Praxis. Die Praxis ist im Dachgeschoss und der Berner Sennenrüde ist bei schönem Wetter immer auf einer Art Dachterasse und die Balkontür ist geschlossen. Trotzdem hatte Lolle vom Wartezimmer aus einen wunderbaren Blick auf ihn und hat gezittert wie Espenlaub und ganz leise geknurrt. Als wir aufgerufen wurden, mussten wir an der Balkontür vorbei und sie hat den Riesen angebellt - bis dahin hatte sie noch keinen Laut von sich gegeben. Jetzt wusste ich, dass sie auch eine Stimme hat.

    Danach haben wir einen langen Spaziergang gemacht, der noch viel länger dauerte als gewöhnlich, weil sie sich natürlich überall umschauen und Zeitung lesen musste. Stundenlanges Kraulen nach dem Fressen war dann angesagt. Um kurz nach zehn sind wir dann noch einmal kurz raus (leider ohne Erfolg) und dann haben wir uns schlafen gelegt - beide völlig erschöpft von den Ereignissen des Tages und der Nacht zuvor.

    Meine Familie ist total verliebt in Lolle - genau wie ich - und sie wird von allen Seiten verwöhnt. Niemand - die Tierärztin eingeschlossen - kann begreifen, wie solch ein lieber und kontaktfreudiger Hund in der Tötungsstation landen konnte, aus der sie ja - Gott sei Dank - durch Ihre Organisation gerettet wurde. Und wie es zu dem Stummelschwänzchen gekommen ist, möchte man sich lieber nicht ausmalen...

    Egal, wohin ich gehe, sie läuft immer hinter mir her. Sogar als ich ihr heute morgen ihr Futter gab und dann mal kurz ins Bad wollte, kam sie sofort hinter mir her - Futter hin oder her! Ein wenig Sorgen mache ich mir schon, falls ich sie mal irgendwann für eine oder zwei Stunden allein lassen muss. Aber ich werde deswegen Kontakt zu Frau Dibbern (Vorkontrolle) aufnehmen, wie man an die Sache herangehen kann/sollte.

    Ich bin wirklich sehr froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe und würde Lolle niemals wieder her geben.

    Liebe Frau Busch, vielen Dank für die reibungslose und schnelle Abwicklung und für Ihren Einsatz bei der Organisation des Fluges. Vielen Dank auch nochmals an die Flugpatin, die ich in Düsseldorf kurz kennenlernen durfte.

    Viele Grüße aus dem Sauerland

    Iris Niggeloh und Lolle
     

Webmaster: Peter Gutzwiller, letztes Update am Mittwoch, 11. März 2009

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